50-jähriges Weihejubiläum der 
Dreifaltigkeitskapelle in Kleinabenberg

Kleinabenberg feierte 50-jähriges Weihejubiläum der Dreifaltigkeitskapelle

Festprediger Pfarrer Stefan Brand: Kleine Kapelle ein wichtiger Baustein in der weltweiten Kathedrale der Kirche Gottes

KLEINABENBERG-ABENBERG (hi) - Gebührend mit einem Festgottesdienst in der Erntedank geschmückten Dreifaltigkeitskapelle feierten die Ortsbewohner von Kleinabenberg am Sonntag das 50-jährige Weihejubiläum dieser kleinen, zur katholischen Pfarrgemeinde St. Jakobus Abenberg gehörenden Filialkirche.

Längst nicht alle Besucherinnen und Besucher des inzwischen auf 138 Einwohner angewachsenen Ortes fanden Platz im Gotteshaus, das vor fünf Jahrzehnten von 26 Gründungsmitgliedern des Kapellenbauvereins fast ausschließlich mit Bar- und Sachspenden, wenig Beihilfen und 1066 ehrenamtlichen Arbeitsstunden errichtet wurde, die 655 Arbeitsstunden für den Abbruch einer Stützmauer und die Freimachung des Baugrundstückes noch gar nicht mitgerechnet. 

Dorfgemeinschaft feierte gemeinsam

Weil das Fest nicht nur von den Katholiken im Ort und von der Kapellenbauvereinigung gefeiert wurde, sondern von der Ortschaft im Ganzen, hieß Stadtpfarrer Stefan Brand neben seinen beiden Konzelebranten, mit Pfarrer Thomas Horsch einen persönlichen Freund aus Herne Wanne-Eickel, Ruhestandspfarrer Ferdinand Albrecht aus Wemding, in den 70er Jahren sieben Jahre lang Kaplan in Abenberg, der letzte Kaplan in der Pfarrei, besonders Bürgermeister Werner Bäuerlein und weitere Vertreter der Stadt Abenberg willkommen. Außerdem die Mitglieder der Vorstandschaft der Kapellenbauvereinigung, namentlich Thomas Schneider, verbunden mit dem Dank für die Vorbereitung dieses Festes.

50 Jahre auf den Tag genau war die Weihe am Festsonntag her. Für Pfarrer Brand ein Grund, Gott zu danken und sich zu besinnen: "Wie kann unser Glaube erneuert werden? Wie bleiben wir lebendige Steine im Bau Gottes?".

Pfarrer Horsch zitierte in der Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Petrus. Im Evangelium verkündete er die neutestamentliche Erzählung vom Einzug Jesu in Jericho (Lukas 19, 1-10) und seiner Einkehr im Haus des reichen obersten Zollwächters Zachäus, Die Leute hätten sich über die Einkehr von Jesu bei einem "Sünder" sehr empört. Zachäus aber habe mit dieser Einkehr sein ganzes bisheriges Leben geändert und vor Gott gelobt, die Hälfte seines Besitzes an die Armen zu verteilen und geraubtes Gut vierfach zu erstatten. Jesus habe dies mit der Heilszusage für Zachäus's Familie beantwortet und bekräftigt: "Denn auch dieser Mann ist Abrahams Sohn. Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und zu retten, was verloren ist".   

Weltliche Feier fand in Abenberg statt

Fortgesetzt wurden die Feierlichkeiten nach dem Gottesdienst im festlich geschmückten katholischen Jugendheim in Abenberg, Hier begrüßte 1. Vorsitzender Thomas Schneider die Festgäste. Namentlich zu den bereits genannten Personen auch Pfarrer Georg Brenner aus Ingolstadt-Friedrichshofen, von 1987 bis 2002 Stadtpfarrer in Abenberg und Festprediger beim 25-jährigen Weihejubiläum, Pfarrvikar Pater Binod, von der Kirchenverwaltung Josef Arnold mit Gattin und Architekt Joseph Heiling, den seinerzeitigen Planfertiger.

Respekt und Anerkennung durch Bürgermeister

Bürgermeister Werner Bäuerlein war es ein besonderes Anliegen, in einem Grußwort den Kleinabenbergern seinen Respekt und seine Anerkennung zu bekunden, dass sie "vor 50 Jahren so eine Kapelle errichtet haben, damit die Menschen sich treffen können und um vor Ort ihre Verbundenheit zu Gott zu bekunden und auch die Gemeinschaft wirklich zu pflegen".

Ganz herzlichen Dank zollte das Stadtoberhaupt all denjenigen, die damals die Initiative ergriffen und unter anderem "Grundstück, Geld usw. zur Verfügung gestellt haben". Ein Blick in die Hausakte verriet ihm, mit welchen Schwierigkeiten die Verantwortlichen damals zu kämpfen hatten. Heute sei dies undenkbar. Als Jubiläumsgeschenk überreichte der Bürgermeister eine Spende, "damit Ihr das Haus (die Kapelle) weiterhin so schmuck und schön erhalten könnt".

Vorsitzender Schneider hielt Rückblick auf 50-jährige Geschichte

Nach feierlichem Tischgebet und festlichen Mittagessen hielt 1. Vorsitzender Thomas Schneider wie angekündigt Rückschau auf die 50-jährige Kapellengeschichte. Da war zu erfahren, dass die Kleinabenberger bereits zirka 30 Jahre vor der maßgeblichen Ortsversammlung im Jahr 1966 den Wunsch zum Bau einer Andachtskapelle geäußert hatten. Allerdings sei das Vorhaben immer am fehlenden oder unpassenden Bauplatz gescheitert, bis sich die Familien Josef Maurer und Michael Friedrich bereit erklärten, den nötigen Baugrund samt Zufahrt für den Kapellenbau kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Um das Projekt stemmen zu können, sei am 31.5.1966 die Kapellenbauvereinigung als Bauträger ins Leben gerufen worden. Zum Vereinsorgan wurden gewählt: 1. Vorsitzender Karl Schneider, 2. Vorsitzender Josef Maurer, Kassier Josef Nißlein, Schriftführer Karl Hausmann, Revisoren Michael Kraft und Hans Hager.

Schneider erinnerte, dass erst nach Einschaltung von Landrat und Bürgermeister, Kleinabenberg gehörte damals zur Gemeinde Aurau, das Straßenbauamt zu einem Kompromiss bereit gewesen sei. Mit dem Bau habe am 20.5.1967 begonnen werden können. Die weiteren Schritte: Grundsteinlegung am 26.5.1967 mit Stadtpfarrer Willibald Schrötz, Richtfest am 10.6.1967. Am 22.10.1967 fand die feierliche  Einweihung durch Domkapitular Schuster statt.

Die Kosten für Bau und Einrichtung der Kapelle beliefen sich, so Schneider, auf rund 16.600 D-Mark. Rund 15.220 DM seien in den Jahren 1966 bis 1968 Spenden von Kleinabenberger Bürgern, aber auch von Freunden und Verwandten, Abenberger Bürgern und Geschäftsleuten und von anderen Firmen gesammelt worden. Außerdem hätten die Kleinabenberger Bauern Bauholz gespendet, zahlreiche Einrichtungsgegenstände seien von Spendern direkt bezahlt worden. Beihilfen gab es vom Pfarramt, von der Gemeinde Aurau und vom Landkreis Schwabach. Mit den erbrachten Arbeitsleistungen für ein Dorf mit 75 Einwohner eine enorme Leistung.

Beeindruckend auch, was der Vorsitzende an Erwähnenswertem über die folgenden 50 Jahre zu berichten hatte.

Architekt Joseph Heiling gratulierte zum Weihejubiläum mit einem gerahmten Foto, einer Rauhreifszene von der Kapelle aus dem vergangenen Winter.

Zum Schluss Lobes- und Dankesworte

Am Ende seinen Ausführungen sprach Schneider allen seinen Dank aus. Angefangen bei den Priestern für die regelmäßigen Gottesdienste, bei den Ministranten und allen, die "drumherum" tätig sind, bei jenen, die jederzeit bereit sind auf Zuruf eine Tätigkeit zu übernehmen und die auch in der Vergangenheit bereit waren, die nötigen Arbeitsstunden für Bau und Erhalt zu leisten, den Spendern und Stiftern und denen, die das Jubiläum mit vorbereitet und unterstützt haben.

Pfarrer Stefan Brand sagte Vorsitzendem Schneider und seinem Vorstandsteam "und allen, die sich hier einbringen", Vergelt's Gott. Dort werde immer alles selbständig und zuverlässig erledigt und vorbereitet. Das mache es ihm leicht, in Kleinabenberg Gottesdienst zu halten.

Vorher lobte der Pfarrer die ganze Dorfgemeinschaft und die Katholischen von Kleinabenberg, weil sie zur lebendigen Erhaltung der Kirche und des gottesdienstlichen und religiösen Lebens wirklich beitragen. Es bestehe eine gute Harmonie, man feiere auch gerne, man fühle sich hier immer wohl. Brand wünschte den Kleinabenbergern guten Zusammenhalt und  ein eifriges Engagement auch weiterhin. Besonders erfreut zeigte sich der Geistliche über die Bankspende mit eingefrästem Dreifaltigkeitsornament, selbst angefertigt von zweitem Vorsitzenden Richard Kolb, im Vorraum der Kapelle.

Obwohl bereits im Festgottesdienst darüber gesprochen wurde, bestärkte Pfarrer Brand die Kleinabenberger, dass auch ein kleines Dorf, eine kleine Kapelle ein wichtiger Baustein sei in der weltweiten Kathedrale der Kirche Gottes, die bis in den Himmel reiche. Allen wünschte er Gottes reichen Segen.

Der folgende Kurzfilm über den Kapellenbau, Pinnwände mit Fotos und interessanten Unterlagen komplettierten die lückenlose Dokumentation. Bei Kaffee und Kuchen fand der Festtag ein gemütliches Ende.

Bilder:

01b Jubiläumsgottesdienst DSC_9987-1 Foto Hiltl
Festgottesdienst mit Pfarrer Stefan Brand (Mitte) und den beiden Konzelebranten (von links), Pfarrer Thomas Horsch und Pfarrer Ferdinand Albrecht.

 

02 Ansprache Vors. Thomas Schneider DSC_0030-1 Foto Hiltl Thomas Schneider, 1.Vorsitzender der Kapellenbauvereinigung Kleinabenberg, bei seinem beeindruckenden Rückblick auf 50 Jahre Kapellengeschichte

Text und Bilder: Karlheinz Hiltl

Zuletzt bearbeit am Freitag, 14. September 2018 von W.Horst.