Sebastiansprozession 2017

ABENBERG (hi) - 20. Januar, Gedenktag des Pest- und Seuchenheiligen Sebastian. In vielen Orten Frankens und darüber hinaus finden traditionell am darauffolgenden Sonntag Sebastiansprozessionen statt. So auch am Nachmittag des vergangenen Sonntags.

Es war 1726, als der "Schwarze Tod" im rund 900 Einwohner zählenden Städtchen Abenberg besonders stark gewütet haben muss. Allein in diesem Jahr soll er rund 80 Menschen hinweggerafft haben. In der Zeit größter Not riefen die Christen der Pfarrgemeinde und die Bürger der Stadt den Heiligen Sebastian an und gaben das Versprechen, dass sie im Falle ihrer Errettung jährlich eine feierliche Prozession durchführen werden, die von der Stadtkirche St. Jakobus zur Stillakirche im Kloster Marienburg führt.

In all den Jahren (inzwischen 291!), selbst während der Kriegszeiten, haben die Bürger von Abenberg dieses Gelöbnis erfüllt. Der Prozessionszug, bei dem Pfarrer Stefan Brand auf dem Hinweg, auf dem Rückweg Pater Binod Puthenpurakkal, in der Monstranz das Allerheiligste mittrugen, führte über Stillaplatz, Marktplatz, Steinweg und Prälat-Sperber-Platz hinauf zum Klosterberg.

Während der Andacht in der Stillakirche, dem Grabplatz der Orts- und Diözesanheiligen, ging Pfarrer Brand kurz ein auf das Leben und Wirken des Heiligen Sebastian, ganz bewusst und mit Nachdruck aber auf die Zeit heute, auf die Geschehnisse insbesondere in Syrien und dem Irak. Man habe geglaubt, das finstere und grausame Mittelalter überwunden zu haben. Aber das, was heute geschehe, sei wahrscheinlich noch schlimmer. Deshalb seien uns der Heilige Sebastian und die unzähligen Märtyrer in der Zeit des römischen Reiches gute Vorbilder und auch Fürsprecher, diesen Dingen als Christen unerschrocken ins Auge zu schauen.

Zum Empfang des kirchlichen Segens führte der Prozessionszug zurück zur Pfarrkirche St. Jakobus.

 

Bilder:

Text und Bilder: Karheinz Hiltl

Zuletzt bearbeit am Montag, 25. September 2017 von W.Horst.