Sebastiansprozession 2018

Abenberger halten ihr Versprechen

Trotz Schneeregens: Sebastiansprozession fand statt

ABENBERG (von Karlheinz Hiltl) - Selbst unangenehmer Schneeregen konnte die Pfarrgemeinde und die Stadtgemeinde in Abenberg nicht davon abhalten, das 1726 gemeinsam gegebene Versprechen am "Sebastianssonntag" (am 20. Januar ist der Gedenktag des Pest- und Seuchenheiligen Sebastian) einzulösen und die Gelöbnisprozession von der Stadtkirche St. Jakobus zur Stillakirche im Kloster Marienburg durchzuführen. Von Pfarrer Stefan Brand mitgetragen wurde unter dem "Himmel" (Baldachin) das "Allerheiligste", die Monstranz mit dem Leib Christi in Form einer Hostie als lebendiges Zeichen praktizierten Glaubens.

Es war vor 292 Jahren, als die todbringende Pest in Abenberg und seinem Umland wütete und nahezu jeden zehnten Bewohner hinwegraffte. Verzweifelt wendeten sich die Christen der Pfarrei damals, ja die gesamte Einwohnerschaft an den "Pestheiligen" Sebastian und gelobten, die genannte Prozession durchzuführen. Die Gebete wurden erhört, dem "Schwarzen Tod" Einhalt geboten. Seither führen die Abenberger ununterbrochen jährlich in feierlicher Weise diese Prozession durch. Selbst zu Kriegszeiten wurde dieses Versprechen nicht unterbrochen.

Der Weg führte über Marktplatz, Steinweg und Prälat-Sperber-Platz hinauf zum Klosterberg. Mit dabei Vertreter der Stadt, der Kirchenverwaltung, Schwestern des Klosters Marienburg und der Vereine, die Freiwillige Feuerwehr Stadt Abenberg mit Fahne.

Zu Beginn seiner Ansprache in der Klosterkirche bezeichnete Pfarrer Brand es als schön, dass immer eine große Zahl von Mitchristen den heiligen Sebastian durch die Teilnahme an seiner Prozession ehre, "auch wenn wir heute nicht als Gemeinschaft einer Stadt oder einer Pfarrei so schlimm von Unheil betroffen sind wie damals, als 1726 die Epidemie hier wütete". Heute seien die Nöte individueller oder irgendwo draußen in der Welt.

Der Geistliche ging ein auf das Leben und Wirken des Heiligen Sebastian und die Umstände seines erlittenen Märtyrertodes. Überhaupt seien die Heiligen konkrete Beispiele, an dem wir Gottes Liebe und Macht kennen lernen und bezeichnete die Märtyrer das Urbild der Heiligkeit überhaupt.

Zum Empfang des kirchlichen Segens durch Pater Binod Puthenpurakkal führte der Prozessionszug zurück zur Pfarrkirche St. Jakobus, in der die Christengemeinde das Te Deum ("Großer Gott wir Loben dich") anstimmte.

Fotos (von Karlheinz Hiltl):

Zuletzt bearbeit am Samstag, 29. September 2018 von W.Horst.