Sebastiansprozession 2019

Mit Prozession dem Pestpatron Sebastian gedankt

Abenberger halten Versprechen der Stadtväter seit 1726

ABENBERG (hi) - In Erfüllung eines Versprechens der Stadtväter von Abenberg vor 293 Jahren zogen am vergangenen Sonntag Bürger und christliche Gläubige von der katholischen Stadtpfarrkirche Sankt Jakobus zur Stilla-Kirche, um dem heiligen Sebastian (Gedenktag 20. Januar) zu danken und ihn zu ehren. Sebastian, Schutzpatron vieler Krankheiten, insbesondere von Pest und Seuchen, heute auch von Krebs, habe geholfen, als er nach Ausbruch einer furchtbaren Epidemie um Fürsprache angerufen wurde, so Pfarrer Stefan Brand im Vormittags-Gottesdienst. Damals starb in kurzer Zeit nahezu jeder zehnte Bewohner an einer heimtückischen Krankheit.

Trotz klirrender Kälte folgte am Nachmittag eine stattliche Anzahl dem morgendlichen Aufruf des Geistlichen zur Teilnahme an der seit 1726 alljährlich stattfindenden Sebastians-Gelöbnisprozession. Und weil die Heiligen immer "unsere Sicht auf Christus selbst" lenken, "von dem alles Heil ausgeht", "ziehen wir gemäß dem Versprechen der Stadtväter von damals mit Christus in unserer Mitte zur Stilla-Kirche". Getragen wurde das Allerheiligste von Pfarrer Stefan Brand in einer Monstranz unter dem mitgeführten Baldachin.

Auf dem Weg dorthin über Marktplatz, Steinweg und Prälat-Sperber-Platz hinauf zum Klosterberg waren Vertreter der Stadt, der Kirchenverwaltung, Schwestern des Klosters Marienburg, der Vereine und die Freiwillige Feuerwehr Stadt Abenberg, die in bewährter Weise auch den Verkehr regelte, mit einer Fahnenabordnung dabei. Voraus gingen Ministranten mit Vortragskreuz und erstmals mit den zwei neuen Kirchenfahnen

In der Klosterkirche angekommen ging Pfarrer Brand unter anderem ein auf das Leben und Wirken des Heiligen Sebastian, der kaiserlicher Leibgardist war und für sein Bekenntnis zum Christentum den Märtyrertod sterben musste. Wie früher würden Christen selbst jetzt noch verfolgt, insbesondere durch den Islamistischen Staat, gab Pfarrer Brand zu bedenken. "So bedürften wir auch heute der Heilung und des göttlichen Heilens in all unseren Lebensbereichen". In Fürbitten wurde vertrauensvoll um Versöhnung, Einheit und Frieden gebetet und die Heiligen um Fürsprache angerufen, "uns vor Pest, Seuchen, Krebs" und anderen Krankheiten zu bewahren.

Der Prozessionszug kehrte zurück in die Pfarrkirche Sankt Jakobus. Dort erteilte Pfarrer Stefan Brand der Christengemeinde den kirchlichen Segen. Danach sangen die Gläubigen das Kirchenlied "Großer Gott wir loben dich".

Text und  Bilder: Karlheinz Hiltl

Zuletzt bearbeit am Mittwoch, 13. Februar 2019 von W.Horst.