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Willkommensgottesdienst für Johann Reicherzer

Knapp drei Wochen nach der Verabschiedung von Pfarrer Stefan Brand hat die katholische Kirchengemeinde Abenberg ihren neuen Pfarrkurat Johann Reicherzer willkommen geheißen. Mit einem festlichen Gottesdienst und einem anschließenden Empfang wurde er offiziell in sein Amt eingeführt.

Viktoria Kerling, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, begrüßte den neuen Seelsorger herzlich: „Sie kommen in eine Pfarrei, die lebt – dank der vielen Menschen, die sich mit Zeit und Herz einbringen.“ Zugleich sagte sie: „Wir sind gespannt auf Ihre Ideen und freuen uns auf die gemeinsame Zeit.“ Für einen heiteren Moment sorgten die Ministranten. Als Willkommensgeschenk überreichten sie Reicherzer ein geklöppeltes Lesezeichen – mit dem augenzwinkernden Wunsch, dass er damit bei seinen Predigten nicht den Faden verlieren möge.

In seiner Predigt gewährte Johann Reicherzer persönliche Einblicke in seinen Lebens- und Glaubensweg. „Geh nur, wohin ich dich sende“ – dieser Satz aus dem Buch Jeremia begleitet ihn seit seiner Priesterweihe. Geprägt haben ihn unter anderem die heilige Brigitta, der salvadorianische Erzbischof und Märtyrer Óscar Romero sowie besonders der heilige Franz von Assisi, dessen 800. Todestag 2026 begangen wird.

Auch von einer schweren persönlichen Krise erzählte der neue Pfarrkurat. Am 1. Januar 2019 wurde er nach einem Schlaganfall als medizinischer Notfall in die Universitätsklinik geflogen. Zeitweise wurde er auf ein Leben im Rollstuhl vorbereitet. Diese Erfahrung, plötzlich selbst auf Hilfe angewiesen zu sein, habe seinen Blick auf das Leben verändert. Am 24. März 2019, dem Gedenktag Óscar Romeros, konnte Reicherzer die Klinik wieder verlassen. „Ich kann sagen, Gott war mit mir, und ich habe eine andere Sicht auf das Leben bekommen.“ Nach seiner Genesung bat ihn Bischof Gregor Maria Hanke, nach Büchenbach zu gehen. Dort seien trotz der Herausforderungen durch die Corona-Pandemie die Pfarreien mit der Zeit zusammengewachsen. „Allein wäre ich nichts gewesen. Das Team hat super zusammengearbeitet“, blickte Reicherzer zurück.

Besonders am Herzen liegt ihm die Ökumene. „Der Weg der Kirche wird ein gemeinsamer sein“, betonte er. Auch in seiner neuen Aufgabe setzt er auf Zusammenarbeit. Reicherzer wird künftig gemeinsam mit Pfarrer Mederer in der Seelsorgeeinheit tätig sein und ihn in allen Belangen vertreten. „Kirche sind wir alle“, sagte der neue Pfarrkurat. Glaube müsse gemeinsam gelebt werden. Zugleich warb er für einen respektvollen Umgang: „Klatsch und Tratsch führt zu Unfrieden und Leid.“ Ein gutes Miteinander sei ihm besonders wichtig.

Dekan Matthäus Ottenwälder vom Dekanat Roth-Schwabach war als Konzelebrant zur Amtseinführung gekommen. Er betonte die Bedeutung des gemeinsamen Gebets und des Miteinanders. „Gebt ihm eine Heimat“, gab er der Gemeinde mit auf den Weg. Der neue Pfarrkurat wurde auch von der politischen Gemeinde willkommen geheißen. Die Bürgermeisterin Susanne König begrüßte ihn offiziell und überreichte ihm eine Chronik von Abenberg sowie einen Schirm. Anton Friedrich, Vorsitzender der Kirchenstiftung, versicherte: „Sie gehen diesen Weg nicht alleine. Sie kommen in eine lebendige Gemeinde.“ Pfarrerin Friederike Töpelmann von der evangelischen Kirchengemeinde Dürrenmungenau-Wassermungenau hieß Pfarrkurat Reicherzer herzlich willkommen und freute sich auf eine gute ökumenische Zusammenarbeit. Bei einem anschließenden Empfang vor der Kirche hatte die Gemeinde Gelegenheit ihren neuen Seelsorger im persönlichen Gespräch kennenzulernen.

Text: Maria Mohr

Bilder: Maria Mohr

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