Nach 19 Jahren in Abenberg heißt es für Pfarrer Stefan Brand Abschied nehmen. Am Sonntag, 6. September, wurde der beliebte Seelsorger mit einem feierlichen und zugleich sehr persönlichen Gottesdienst in der bis auf den letzten Platz gefüllten Stadtpfarrkirche St. Jakobus verabschiedet. Bereits bei seiner Begrüßung zeigte sich Pfarrer Brand sichtlich gerührt und überwältigt von der großen Zahl der Besucher. Seit 2007 hatte er das kirchliche Leben in Abenberg entscheidend mitgeprägt. „Wir haben gemeinsam Kirche und Gemeinde gelebt“, sagte er und erinnerte an den gemeinsamen Dienst an Gott und am Seelenheil der Menschen.
Der Gottesdienst war abwechslungsreich und bunt gestaltet. Für die musikalische Umrahmung sorgten unter anderem der Gesangverein Abenberg, die Schola sowie „Sing and Pray“ und die Ministranten. An der Orgel und mit dem Cello wurde der Gottesdienst ebenfalls musikalisch bereichert. Zelebranten waren neben Pfarrer Brand der stellvertretende Dekan Klaus Meyer, Diakon Andreas Dahmer aus Nürnberg, Dekan Dr. Karsten Junk aus Nürnberg und Pfarrer Dr. Josef Hernoga.
In seiner Predigt griff Brand das Evangelium und dessen zentrale Botschaft auf: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Ausgehend davon sprach er über die sieben geistigen Werke der Barmherzigkeit. Besonders wichtig sei dabei ein respektvoller Umgang miteinander. Wer einen anderen Menschen auf einen Fehler hinweisen müsse, solle dies unter vier Augen und in einem geschützten Raum tun. Zugleich erinnerte Brand an das Bild vom Splitter und vom Balken: „Nicht alles unter den Teppich zu kehren, ist nicht immer im Sinne einer christlichen Gemeinde.“
Für seinen Abschied hatte der Pfarrer eine lange Liste von Menschen, denen er danken wollte. Auf eine Aufzählung verzichtete er dennoch. Stattdessen wählte er ein persönliches Bild: Brand stammt aus einer Bauernfamilie, deren Hausname „Schäfersbauer“ lautet. Er habe sich während seiner Zeit in Abenberg nicht nur als Hirte, sondern auch als Sämann verstanden – als jemand, der versucht habe, Samen auszusäen und etwas wachsen zu lassen.
Doch auch ein Sämann und ein Wanderschäfer müssten manchmal weiterziehen. St. Jakobus habe ihn vor 19 Jahren nach Abenberg geschickt. Nun führe sein Weg weiter. Zweimal sei er bereits in Santiago de Compostela gewesen. „Ich bin sicher, er wird mich auch weiter auf meinen Pilgerweg schicken“, sagte Brand mit Blick auf seinen weiteren Weg.
Besonders herzlich fiel der Abschied der Kindergartenkinder aus. Mit einem Lied und Sonnenblumen verabschiedeten sie ihren Pfarrer und sorgten damit für einen besonders liebevollen Moment.
Text: Maria Mohr
Bilder: Maria Mohr

















